
Fakten über Seide
Geschichte der Seide
Seide stammt ursprünglich aus China, wo man sie schon seit etwa 4500 Jahren kennt. Der Legende nach beobachtete die Kaiserin Xi Ling Chi eines Tages in ihrem Garten, wie eine Raupe sich in eine Hülle aus dünnen Fäden einspinnt. "Es wäre sicher ein wunderbares Gefühl, sich selbst in einen solchen Faden einzuwickeln", dachte die Kaiserin. Dieser dünne Faden interessierte sie derart, dass sie mit ihren Hofdamen begann, den fertigen Kokon zu untersuchen. Es gelang ihnen, den Faden zu lösen und daraus einen Stoff zu weben. Die Kaiserin Xi Ling Chi wurde daraufhin zu einer Göttin erklärt, von der sich die Seidenbauer noch heute eine reichliche Ernte erbeten. Heutzutage sind China, Thailand, Korea, Indien und Japan die größten Seidenproduzenten. Seidenwebereien gibt es auch in Italien und Frankreich.
Was ist Seide?
Seide ist eine Faser, die von den Raupen der im Maulbeerbaum lebenden Seidenschmetterlinge erzeugt wird. Bevor sie sich zu einem Schmetterling entwickeln kann, produziert die Raupe einen Seidenfaden, mit dem sie sich in einen Kokon einspinnt. Dieser Kokon besteht aus einem 2000-4000 m langen Seidenfaden.
Vom Kokon zum Garn
Die Kokons werden eingesammelt und mit heißem Wasser bzw. Wasserdampf behandelt oder tiefgefroren, um die Larven abzutöten. Danach werden die Kokons in heiße Wassergefäße gelegt, wo das Serizin, also der Seidenleim, aufweicht. Von der Oberfläche der Kokons wird zunächst das Seidengewirr getrennt, bis ein Fadenanfang gefunden wird und der Faden abgespult werden kann. Zum Abspulen des Seidenfadens werden die Kokons in ein anderes Wassergefäß gelegt. Je nach gewünschter Garndicke werden die Fäden von 4 - 12 Kokons verbunden und abgespult. Aus einem Kokon erhält man einen Faden von 1 - 3 km Länge.
Stoffarten aus Seide
Aus Seidengarn können viele verschiedene Stoffe gewebt werden. Bezeichnungen wie Twill oder Satin beziehen sich auf die Webart. Im Folgenden einige der verbreitetsten Webarten:
TWILL
Glänzender Seidenstoff, dessen Oberfläche diagonal gerippt ist.
SATIN
Gewebe in sogenannter Atlasbindung. Der Stoff ist auf der rechten Seiteglänzend und auf der linken Seite matt.
CDC (Crêpe de Chine)
Gekreppter, weicher und matt glänzender Stoff aus Ringgarn.
CHIFFON
Gekreppter, matter und durchsichtiger Stoff aus Ringgarn.
JACQUARD
Stoff mit eingewebten Mustern, die je nach Lichteinfall glänzend und matt schimmern. Bei Krawatten werden die Muster z. B. mit gefärbtem Garn eingewebt.
